Frage 1: Lukas, erstmal danke für deine Zeit. Der OOH-Markt entwickelt sich derzeit dynamisch weiter. Welche Veränderungen und Bewegungen prägen aus deiner Sicht aktuell die Außenwerbung?
Lukas: Ich glaube, wir erleben gerade einen Wendepunkt. Die Menschen sind von der Flut an Werbebotschaften genervt – ihr innerer "Ad Blocker" ist längst aktiviert. Reichweite allein bringt nichts mehr, wenn niemand hinschaut. Deshalb sehe ich zwei Entwicklungen, die wirklich was bewegen: Erstens wird DOOH immer stärker datengetrieben und programmatisch steuerbar – das schafft Flexibilität und Effizienz. Zweitens steigt der Bedarf an Formaten, die wirklich Aufmerksamkeit erzeugen. 3D-Werbung ist dafür das perfekte Beispiel. Sie durchbricht die Werbeblindheit und schafft Momente, für die man stehen bleibt. Wir müssen aufhören, nur mehr Werbung zu schalten. Wir müssen Werbung bauen, die wieder spannend ist.
Frage 2: 3D-Inszenierungen sorgen derzeit für viel Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum. Was macht diese Formate so besonders – und was braucht es, damit sie ihre Wirkung voll entfalten?
Lukas: 3D-Werbung wirkt, weil sie Emotionen auslöst - sie überrascht, begeistert, irritiert im positiven Sinne. Das Besondere: Sie basiert auf einer optischen Täuschung, dem sogenannten anamorphen Effekt. Man braucht also keine spezielle Hardware. Jeder digitale Screen kann 3D-Werbung ausspielen. Aber – und das ist entscheidend – das Creative muss stimmen. Licht, Schatten, Perspektive: Alles muss perfekt auf den jeweiligen Screen abgestimmt sein. Wir denken Hardware und Creative zusammen. Nur so entsteht dieser “selbstverstärkende Effekt”, bei dem Architektur und Inhalt verschmelzen.
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