Marktrealität
Aktuelle Erkenntnisse des Prospektmonitor 2026 zeichnen ein klares Bild: 97 % der KonsumentInnen nutzen gedruckte Prospekte zumindest gelegentlich, rund drei Viertel sogar wöchentlich.
Gedruckte Prospekte rangieren im Lebensmitteleinzelhandel ebenso wie in Bau- und Möbelmärkten auf Platz eins, wenn es um Informationen zu Angeboten und Preisreduzierungen geht.
Der Grund ist funktional: Prospekte bieten schnelle Orientierung und ermöglichen einen direkten Preisvergleich – genau das, was KonsumentInnen in einer preisgetriebenen Marktsituation suchen. Diese Stärke lässt sich digital ergänzen, aber nicht vollständig substituieren.
Parallel dazu fragmentiert sich die Mediennutzung weiter. Das Zeigen sowohl aktuelle Ergebnisse des Atlas der Kanalrelevanz 2026 des EHI als auch Ergebnisse unserer neuen Studie “Von Inspiration bis Kauf: Digitale Angebotskanäle entlang der Customer Journey “ die wir gemeinsam mit dem IFH MEDIA ANALYTICS veröffentlicht haben. Aufmerksamkeit verteilt sich heute auf eine Vielzahl analoger und digitaler Touchpoints. Kein einzelner Kanal deckt alle relevanten Phasen der Customer Journey ab.
Emotionalität als unterschätzter Faktor
Neben der funktionalen Rolle entfaltet der Prospekt eine Wirkung, die häufig unterschätzt wird: emotionale Bindung.
Die Nutzung ist ritualisiert – etwa die gemeinsame Einkaufsplanung am Küchentisch. Wie stark diese Bindung ist, zeigt die Reaktion von KonsumentInnen bei Wegfall des Prospekts. Rückmeldungen aus unserem Qualitätsmanagement reichen von Unverständnis bis zur klaren Abwanderungsandrohung: Der Wechsel auf rein digitale Information wird nicht als gleichwertiger Ersatz wahrgenommen.
Dass zahlreiche Händler nach der Einstellung wieder zum Prospekt zurückkehren, bestätigt diese Dynamik. Beispiele wie Fressnapf, BabyOne oder KiK zeigen: Der Verzicht auf Print kann kurzfristig Kosten senken, mittel- bis langfristig jedoch Reichweite und Frequenz gefährden.
System statt Substitution mit OnPoinD
Die Zukunft der Handelskommunikation liegt nicht im Ersatz eines Kanals durch einen anderen, sondern in der intelligenten Kombination.
Mit unserem datenbasierten Ansatz OnPoinD wird genau diese Perspektive operationalisiert: Standort, Wettbewerb und Kundenbedürfnisse bilden die Grundlage für einen präzise ausgesteuerten, datenbasierten Media-Mix.
Budgets werden nicht pauschal verschoben, sondern strategisch allokiert – dort, wo sie die größte Wirkung entfalten.
